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Gang 1:
Der Mensch

Ich bin der Koch, der aus der Versicherungsmaschine ausgestiegen ist und im Family Office die andere Seite kennengelernt hat. Du bekommst jemanden mit echten Narben, harten Verhandlungen und tiefem Systemverständnis — klar, direkt und ohne Zuckerguss.

Der Mensch

Anders. Authentisch. Unkonventionell. Direkt. Gschbürig. Lebemensch. Pragmatisch. Risikofreudig. Ehrlich. Seitenwagenfahrer. Lernfähig. Abenteurer. Harter Verhandlungspartner. Lustig. Humorvoll. Reich an Erfahrung. Undogmatisch. Neugierig. Übernimmt Verantwortung. Gibt Vertrauen. Chaotisch. Strukturiert. Ästhetiker. Geniesser. Grosszügig. Fair. Provokateur. Zielstrebig.

Das haben die vier Vermögensverwalter aufgeschrieben — jene vier, mit denen ich heute nach wie vor arbeiten würde. Beim letzten gemeinsamen Gespräch. Eines von zwei Treffen in über 12 Jahren, wo alle gleichzeitig anwesend waren. Durch 2008, durch 2015, durch alles. Kein einziges Finanzwort. Kein «kompetent». Kein «professionell». Nur ein Mensch.

Wie wird jemand so?

Die erste Lektion kam in der Kochlehre. Zuerst Tüten und Pulver. Echtes Kochen lernte ich in Kapstadt: zu wenig Personal, zu wenig Zutaten, zu viel Anspruch. Kein Pulver rettet dich. Nur Improvisation — und der Glaube, dass Komplexes möglich wird, wenn man mit dem arbeitet was da ist. Diese Lektion prägt und bleibt.

 

Bei der Basler wurden Erlebensfallversicherungen mein Steckenpferd — fünf interne Weiterbildungsabschlüsse, drei externe, eidgenössischer Versicherungsexperte Lebensversicherungen, Finanzplaner mit Fachausweis. Zweimal unter den Top Five Verkäufern.

Dann starb im Herbst ein Unternehmer — einer meiner besten Kunden, abgeschlossen im Frühjahr. Plötzlich, unerwartet. Hagelte Stornos. Das Anreizsystem dahinter war plötzlich so sichtbar wie nie.

 

Erlebensfallversicherungen — steuerfreie Obligationen bei der Versicherung. Doppelte Provision für gemischte Versicherungen, halbe für Erlebensfall. Zwei Drittel weniger Bonus. Das hat geärgert. Kein Einfluss auf meine Produkte. Die ausgehangene Rangliste ging mir genauso am A… vorbei wie die Einladungen weiterzumachen. 1998 dem System adieu gesagt.

 

Das Warnsystem entstand aus Narbe. Theorie allein hinterlässt keinen Abdruck.

 

Danach weitergelernt. Die Prüfung zum Finanzplanungsexperten zweimal durchgefallen. Dranbleiben war die einzige Option. 2001/02 den Certified Financial Planner nach internationalem Standard abgeschlossen. Dann Schluss mit Diplomen. Bis heute regelmässiger Teilnehmer des Studium Generale am Scholarium Wien. Neugier kennt kein Ablaufdatum.

 

Haltung war schon immer ein rares Gut. In Zeiten wo sie käuflich geworden ist, ist sie das Einzige was noch zählt.

2012 nahm ich mich selbst aus dem Verkehr. Zwei Monate. Nahe am Burnout. Einmal sassen statt meinem Arzt plötzlich fünf Ärzte im Zimmer. Ich verabschiedete mich freundlich: «Ich habe nur einen Termin mit meinem Arzt. Eine Einladung für fünf habe ich nicht erhalten.»

 

1998 die erste Selbständigkeit — die 2003 mit dem Rauswurf aus der eigenen Firma endete. Aktienbeteiligung aufgelöst, mit Verlust, ohne zu zögern. Im Nachhinein schuf dieses Ereignis die Voraussetzungen für alles was danach kam: Klarheit und Konsequenz als Fundament.

Das Family Office Mandat begann im letzten Quartal 2003 — komplett anders aufgebaut als branchenüblich. Kein Anzug mehr. Lange Haare. Zeus-Serien-Seitenwagen, einer steht heute in Georgien. Unterschätzt werden war die grösste Waffe — am Verhandlungstisch das Beste was passieren kann.

 

Das Family Office war kein Posten. Ein Parallelunternehmen innerhalb einer Familie: Leiter Einkauf, Kundenbetreuung, Qualitätsmanagement nach ISO 9002 ohne Zertifikat — weil das Ergebnis zählte. Stiftung, Verein, Holding, AG als Werkzeuge. Aus einem Pool von 130 Vermögensverwaltern knapp 30 getestet — mit echtem Geld. Einmal sassen acht Banker am Tisch. Der Klient meinte trocken: «Herr Schlegel, Sie müssen sehr gut sein, wenn die Bank acht Leute schickt.»

 

Ende Januar 2018 alle Lizenzen bewusst abgegeben. Über CHF 30'000 Aufwand. Am Ende CHF 2'000 bezahlt und aufgehört. Vollständig raus.

 

Ganz oder gar nicht. Das war kein Entscheid — das war Biologie. Kein Netz. Kein Plan B. Schlaflose Nächte, Angst, Unsicherheit gehören dazu. Freiheit ohne Netz ist kein Lifestyle. Das ist ein Körpergefühl nachts um drei.

 

Andere Wege gehen, neue Beziehungen wagen — zu Menschen, zu Orten, zu Ideen. Georgien. HofMarani. Der Substanz-Lotse aus dem Kaukasus.

Echt vor perfekt.

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