Was macht glücklich und zufrieden?

April 2, 2019

 

  

Von der Seite her betrachtet, werden eigene Fähigkeiten und Kompetenzen extrem wichtig. Denn Jeder kann etwas zu seinem Glück beisteuern. Wer sein Budget betrachtet und die höchsten Ausga­ben auswählt, stellt fest, dass keine der Ausgaben das Glücklichsein fördert. Vor meiner Hochzeit bewohnte ich eine 4 ½ Zimmer Dachwohnung mit allem Drum und Dran. Der Einzug war wunderbar und ca. 2 Monate später hatte ich mehr Ärger als Freude – putzen, unterhalten etc. und vor Besuchen alles auf Vordermann bringen. Auch mein letztes Haus, das ich in Muri b. Bern besass, machte mir mehr Mühe und Aufwand als Freude. Heute als Mieter bin ich viel glücklicher. Schenke mir Zeit.

 

Genauso verhält es sich, wenn ich sofort alle meine Bedürfnisse befriedige: Konsum aller Art. Der Verzicht fördert das Glücklichsein. Richtig geil ist, sich etwas nicht zu kaufen, das ich mir leisten kann. Das Grösste war die Erfahrung, mir keinen Aston Martin zu kaufen und zu verzichten. Meinen Glücksgefühlen zu widerstehen können, war um einiges länger und nachhaltiger, als wenn ich das Auto in der Garage gehabt hätte. Die Sorgen beim ersten Kratzer oder das Fahrzeug könnte gestohlen werden, latent vorhanden. Weshalb ich widerstehen konnte: Mein erster luxuriöser Autokauf (Audi Cabriolet), verhalf mir zu 14 Tage glücklich sein. Verzichten macht glücklich und ständiges konsumieren unglücklich.  

 

Das Erlebnis gemeinsam zu kochen oder Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen unbezahlbar. Ebenso Erlebnisse wie Reisen, Wanderung, Campen, Konzert-, Museumsbesuch und anderes mehr. Die Erlebniswelt.ch mit ihren Angeboten von Schlittenhunden, Schneeschuhlaufen bei Vollmond, Iglu bauen, etc. bleibt mir in bester Erinnerung. Obwohl ich beim Iglu-Bau und beim Übernachten am Morgen gefroren habe. Erlebnisse kaufen.

 

Wie verschaffe ich mir Zeit? Meine Reise seit November hatte nur wenige Fixpunkte: Ankunft – Abreise – Zwei bis Drei Termine. Der Rest frei verfügbar und anpassbar. Alles was mir zur Entschleunigung beitrug, auch die „lange Weile“, half und förderte mein Glücklich sein. Seit meine Agenda nur noch wenige Termine hat, steigt meine Laune. Ich hatte Situationen - wo ich früher die Geduld verlor und mich ärgerte – wo ich heute unglaublich gelassen reagiere. Zeit kaufen.

 

Ich habe verschiedene Systeme von Parkieren probiert. Konsequent nichts zahlen und es darauf anlegen, eine Busse zu bekommen. Dazumal konnte man vor dem Bundeshaus parkieren. Auch neben dem Eingang ging es gut mit dem Audi Cabriolet. Bei jeder Busse, auch für zu schnelles Fahren, ärgerte ich mich über die Höhe. Das wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Heute habe ich die Idee von Rolf Dobelli übernommen: Ich hab einen Spendenbudgetposten eingeführt. Den Betrag überweise ich anfangs Jahr auf ein Konto. Wenn die Busse kommt bezahle ich ohne Ärger, eher mit Bedauern, dass vom Topf "Spenden" Geld weggeht. Denn Ende Jahr wird das Guthaben gespendet. Sofort bezahlen und später konsumieren ein geniales Rezept.

 

Auf meiner Reise durch Afrika bin ich auf viel Leid gestossen. Offensichtlich war die Zweiklassen­gesellschaft bei der Schulbildung. Heute unterstütze ich zwei Schülerinnen, die sich so eine optima­lere Bildung leisten können. Voraussetzungen für eine bessere Zukunft. Dasselbe habe ich mit meinem „Fresspaket“ im Massai Dorf gemacht. In meiner Selbststän­dig­keit habe ich öfters bei Menschen, die sich meine Beratung nicht leisten konnten, keine Rechnung gestellt. Sozusagen meinen 13. Monatslohn abgeliefert. Ich habe hingegen die Menschen bestimmt. Denn in andere Menschen investieren macht glücklich.   

 

Wäre super, wenn mehr Menschen wüssten, was glücklich macht. Die Wissenschaft begrenzt dies auf 5 Punkte: Erlebnisse kaufen – Zeit kaufen – sofort bezahlen später konsumieren – in Menschen investieren – sich was Besonderes gönnen.

 

 

 

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