Siddhalepa Ayurveda Spital Colombo – Erfahrung, Erleben und Wirkung - Reziprozität

February 14, 2019

Sri Lanka ist die Gewürz- und Heilkräuterkammer von Asien. Auch eine Hochburg von Ayurveda: Dem Wissen des Lebens. Der Ursprung ist in Indien. Nepal ein weiteres Zentrum dieser Naturheillehre. In Indien auch wissenschaftlich gelehrt. Verunglimpflichung ist ein Fremdwort, im Gegensatz zur Schweiz, wo Naturheilmethoden sprich Alternativmedizin, lange Zeit einen schweren Stand hatten.

 

Ayurveda
Das hat der Tourismus Sri Lanka schon lange entdeckt. Das Land ist überzogen mit Wellnessoasen. Diese haben hingegen wenig bis gar nichts mit Ayurveda zu tun. Der Arztbesuch, wie die traditionel­len Techniken, Einrichtungen und Massage­öle fehlen. Für jeden Patienten werden spezielle Öle gemischt und gepimpt mit Kräutersal­zen. Die Wirkung wie ein Peeling. Der Massagetisch üblicher­weise aus einem Stück Holz geschnitzt und der Körperform angepasst. An jeder Ecke werden Ayurveda Massagen angeboten. Die Geschlechtertrennung ist konsequent. Bei  Massagen geht Geschlechtermischung in der traditionellen Lehre überhaupt nicht. Männer massier­en Männer und umgekehrt. Bei Hotelangeboten ist sich diese Tradition am Auflösen.  

 

Es ist eine ganzheitliche Methode. Angefangen bei Tinkturen, Ernährung, Meditation oder Yoga,  Massagen und Heilkräuter. Kurz gefasst: Was immer wir selbst tun können für die Stärkung unserer Gesundheit, wirkt besser als das, was Andere für uns tun. Ayurveda spricht von 3 Doschas (Dosha). Übersetzt ist es nichts anderes als das Fehlerpotential von mir als Mensch. Jeder Mensch hat alle 3 Prinzipien. Diese sind hingegen unterschiedlich ausgeprägt. Das Ungleichgewicht bestimmt die Tinkturen, Anwendungen, Behandlung, Kräuter, Öle und Massagen:

  • VATA    =             Luft, Wind und Äther = Bewegungsprinzip

  • PITTA    =             Feuer und Wasser = Stoffwechselprinzip

  • KAPHE =             Erde und Wasser = Strukturprinzip

 

Besuch Siddhalepa Zentrum
Das Siddhalepa Zentrum in Colombo hat einen Ruf weit über Sri Lanka hinaus. Eine unglaublich starke Marke via weltweitem Vertrieb der Produkte. Ich bin von meinem Freund Res, der eine Solarpro­duktion in Sri Lanka aufzieht, an dieses Ayurveda Zentrum verwiesen worden. Der Empfang und die Einrichtungen vergleichbar mit unseren westlichen Wohlfühl-Wellnessoasen. Wo Duft und Licht gekoppelt wird mittels Kerzenlicht wie Räucherstäbchen. Ja sogar die Beleuchtung ist smart umgesetzt – weiches Licht. Das Auge wird vom Schmuddeligen abgelenkt. Was mir unklar war. Es wird zwischen inneren und äusseren Behandlungen unter­schie­­den. Dass es ein Spital gibt für die inneren Anwendungen, wusste ich ebensowenig. Dass da praktisch nur Einheimische sich pflegen lassen, noch weniger. Dazu später mehr.

 

Für Tinkturen ist eine ärztliche Aufsicht unabdingbar. Also Wellnessoase im Sinne von Kommerz oder Spital. Da Siddhalepa ein eigenes Spital hat und sich „Bleichnasen“ wenig bis gar keine dort aufhal­ten, war meine Wahl klar. Das Spital schon ziemlich in die Jahre und heruntergekommen. Doch die Behandlungen suchen ihresgleichen. Mir war das alles unbekannt. Als ich das Zimmer bezog, wäre ich am liebsten gleich wieder weit weg gesprungen. Einfach und spartanisch eingerichtet ist charmant ausgedrückt. Hat mich sofort an Gefängniszellen der Tatortserie, Dokumentationen von früheren Entzugskliniken und die Filme mit Polizist Hunkeler erinnert.  

 

Beim ärztlichen Untersuch stellte sich heraus, dass meine Körpertemperatur zu hoch ist. Ähnlich wie bei Frauen, die in die Wechseljahre kommen. Fast alle KAPHE Menschen haben zu hohe innere Tem­pe­ra­turen. Bei mir führt das dazu, dass ich extrem schwitze und gegen Abend strenger rieche. Die Geruchsbeläs­tigung ist ein Nebenprodukt meines Stoffwechsels. Hier in Sri Lanka hat das - aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit - zu einem Geruchscocktail geführt. Ich habe mich selbst nicht mehr riechen können. Meine feine Nase sei Dank.

 

Die letzten Jahre doktere ich schon länger an meiner Schuppenflechte herum. Sie hat bei den Fingernägeln begonnen. Ist jetzt an Ellbogen und an den Knöcheln der Hände teilweise sichtbar. Plus am Kopf ist der Reiz hoch, mich dauernd zu kratzen. Zu Beginn wurde das Krankheitsbild falsch diagnostiziert. Sprich das ist eine Pilzerkrankung. Die Behandlung dazu ist – austrocknen. Schuppen­flechte erfordern hingegen viel Feuchtigkeit. Somit kam der Heilungsprozess lange Zeit nicht in die Gänge.

 

Aufenthalt Siddhalepa Spital
Zurück zum Prozedere der Anmeldung, das 2 Tage vor dem Einzug ins Spital stattfand, ein Erlebnis. Da wirst du vom Empfang an die Ärztin und dort sofort zum Kassier gebracht. Bevor die Untersuchung überhaupt erst anfing. Der Kassier, ein besonderer Fall von Neugier wie bequem. Er verfolgte meinen Prozess von Anmeldung und Arztbesuch fast wie ein Bodyguard. Als ich dann für den Untersuch 2‘000 Rupien bezahlen sollte, musste zuerst der Tisch geräumt werden. Wo war jetzt gleich das Quittungsbuch? Für mich hiess das Warten. Ohne Bezahlung geht gar nichts. Das ist in Sri Lanka üblich, auch für Ayurveda­be­handlungen.

 

Die Ayurveda Ärztin hat mich danach untersucht. Blutdruck und Puls gemessen. Blutprobe genom­men. Mich mit dem Stethoskop von Kopf bis Fuss abgehört. Viele Fragen gestellt. Gleichzeitig sicher 10 Punkte aufgeschrieben, die es zu behandeln gab. Das war das, was bei mir entstand. Dabei waren es die Kräuter und das Behandlungsprogramm, das die Ärztin festhielt. Was für einen Standard beim Zimmer ich gerne hätte? Mit oder ohne Klimaanlage? Dann hiess es wieder zurück zum Empfang. Dazu hilft es, wenn der Leser weiss, dass das gesprochene Englisch gewöhnungsbedürftig ist. Der Slang kaum zu verstehen. Bei der Ärztin mehrfach nachgefragt was sie meint. Das Personal spricht die beiden Sprachen von Sri Lanka. Englisch gehört nicht dazu. Beim Empfang dann mehr stichwort­artig: Email – Money – AC ja/nein (Klimaanlage) etc. Ich sollte das Papier selber ausfüllen. Was ich geflissentlich verweigerte. Vor lauter Eindrücken nicht nachgefragt, ob ich zuerst das Zimmer sehen kann. Was sich als Vorteil herausstellte.

 

Die Anmeldung erfolgte über eine 4-fache Blaupause. Ja, richtig. Die Anmeldung wurde von Hand geschrieben mit blauem Durchschlagpapier. Der Preis klar. 3 ½ Tage mit allen Tinkturen, Behandlung­en, Essen, Übernachtung und ärztlicher Begleitung – 93‘000 Rupien. Eingeschlossen auch meine 2-monatige Kur von Pillen, Tee, Öl und Tinkturen.

 

Bei der Ankunft und Einweisung um meine Behandlung zu starten, die grosse Ernüchterung. Zuerst mal 35‘000 Rupien als Anzahlung bezahlen. Vorauskasse. Ich erhalte die Information, dass mein Zimmer Nr. 37 im 2. Stock liegt. Der Lift sei da drüben, beim Einsteigen wird’s offensichtlich, die besten Tage sind mind. 30 -40 Jahre her. Beim Aussteigen, hats mich umgehauen. Am liebsten Rechtsumkehrt. Ich konnte nicht Glauben was ich sah. Unten am Empfang alles herausgeputzt. Hier spartanisch oder einfach eingerichtet ist charmant ausgedrückt. Das Zimmer erinnerte mich eher an eine Gefängniszelle, denn an ein Spital. Der Unterhalt an den Innereien des Spitals, wie üblich in Sri Lanka vernachlässigt.

 

Ok. Sauber ist es. Die Bettwäsche vom Öl der Massagen entsprechend fleckig, hingegen frisch. Sie roch sehr blumig. Ich gönne mir das Vergnügen 3 ½ Tage in diesem Palast zu nächtigen und die Tage zu verbringen. Meine Neugier wächst wie die Behandlungen ausfallen. Bevor ich Zeit habe nachzudenken und meine Meinung zu ändern, kommen die ersten Schwestern mit 3 verschiedenen Tink­turen und Pillen. Sie bleibt stehen. Gehen erst, wenn klar ist, dass ich alles getrunken und geschluckt habe. Kaum habe ich mich eingerichtet und alles inspiziert, kommen die nächsten Schwestern mit dem Spitalkleid. Auch hier alles voller Flecken vom hartnäckigen Massageöl. Ich kriege übrigens jeden Tag ein neues Kleid. In allen braunen und roten Tönen, wie Grössen. Meistens eher zu klein. Das ich mein Zimmer nur noch zu den Behandlungen verlasse noch unbekannt. 

 

Kaum das Kleid angezogen, das ich übrigens verdreht anziehe, kommt der Therapeut. Er holt mich zur Behandlung ab und stellt sicher, dass ich korrekt angezogen bin. Ich erinnerte mich daran, dass ich mich bei den wenigen Spitalaufenthalten immer über den offenen Rücken beim Nachthemd nervte. Entsprechend habe ich das Kleid verdreht angezogen. Kaum draussen verschloss der Therapeut das Zimmer vorsichtig. Zu jedem Zimmer hat er einen Schlüssel. Ja, Schlüssel habe ich keinen gekriegt. Das Zimmer war offen. Im Behandlungsraum weist mich der Therapeut an, auf dem massiven Holz­stuhl Platz zu nehmen. Zuerst geht’s los mit Massage von Kopf und Schulter. Ungewohnt die Haare mit Massageöl vollgesaut und die Kopfhaut mit viel Druck, massiert zu kriegen. Gefolgt von einer Ganzkörper­mas­sa­ge. Speziell mein Wirbel nach dem Steissbein, der mir nach wie vor weh tut, wird kräftig bearbeitet. Im Blog ist mein Glück als Motorradfahrer festgehalten. Nach 2h bin ich knapp vor dem Abendessen zurück. Und schon kom­men die nächsten Schwestern mit heissem Wasser und dem Abendessen. Ausser dem Therapeuten und der Ärztin kriege ich immer Besuch von mehreren Schwestern. Egal ob Bett beziehen, sauber machen, Medikamenten Cocktail. Ich komme mir vor wie im Zoo. Eine seltene Spezies ist angekom­men. Die wollen wir doch mal anschauen gehen. So kommt es, dass die Medikamente und 3 wun­der­baren Digestiv zu Dritt gebracht werden. Die Damen gehen erst als ich alles eingenommen habe. Ich spüle umgehend mit Wasser. Ab 20 00 Uhr kehrt Ruhe ein. Nein, um 20 30 Uhr kommt die Ärztin und misst nochmal Blutdruck und Puls. Hört mich wieder mit dem Stethoskop ab.

 

Die Nacht, bis auf einige wenige Geräusche die üblich sind – still. Die Klimaanlage lärmt leise vor sich hin. Läuft auf dem Minimum. Das Ticken der Wanduhr, Geräusch­kulisse von keifenden Tieren, der sri-lankische Verkehr mit Hupkonzerten, Pfeifen wie Zwitschern von Vögel, abendlichen Hunde­ge­bell und morgendlichen Aufruf meiner Pflichten als Moslem; eine wirklich ruhige Nacht. Das Einschlafen fiel schwer. Der Schlaf umso tiefer wie erholsamer.

 

Um 6 00 Uhr geht’s los. Lautes Klopfen. Damit kommt gleich eine Brühe mit Reis und viel Knoblauch Aroma. Plus heisses Wasser im Thermokrug. Das erste Mal, später kriege ich Milchtee anstelle des heissen Wassers am Morgen. Die Brühe ist gewöhnungsbedürftig. Wichtig zu wissen. Ich bin in keiner Art und Weise heikel mit essen. Doch auch ich brauche Überwindung, das auf nüchternen Magen zu essen. Zum Glück kriege ich künftig Tee mit Milch und Zucker. Kaum getrunken kommen die Damen des Housekeepings und beziehen das Bett frisch. Kurz nach dem Frühstück, dann erste Medikamen­te und Tinktur Cocktail. Ich würde das Zeugs lieber einreiben, sicher nicht trinken. Doch da muss ich durch. Die nächsten Frauen die kommen wollen wissen, was ich esse. Kaum sind sie weg kommt die Reinigungscrew ob ich noch was brauche und alles in Ordnung sei: Bezug Sauberkeit. Die Schwestern geben sich die Türe in die Hand. Kommen nie alleine. Einzig der Therapeut traut sich und macht mit mir die Behandlungstermine aus. Täglich von neuem.  

 

Das alles nach dem Frühstück. Das Frühstück wird um 8 30 Uhr serviert und fällt salzig aus. Reis­nudeln mit Curry. Curry mit Fisch oder Poulet. Und all die traditionellen indischen wie sri-lankischen Gerichte. Ja die Küche ist gewöhnungsbedürftig. Für meinen Schweiz­erma­gen unerwartet neue Kombinationen zum Frühstück. Dabei habe ich salziges zum Frühstück gerne. Sei es Rösti, Eierspei­sen, gebratener Reis gemischt mit Gemüse und Ei. Doch mit Fisch habe ich meine Mühe, wenn er riecht. Denn frischer Fisch riecht nie. Der getrocknete und gekochte Fisch dafür umso mehr. Kein Vergleich zum portugiesischen Nationalfisch, der tagelang gewässert wird, vor dem Kochen. Da­zu immer heisses Wasser. Ich kriege und bleibe bei meinem geliebten gesüssten Tee mit Kondensmilch. Der Schwarztee an den Strassen Sri Lankas Genuss pur. Daher die süsse Variante. Eine Erleichterung. Zu Hause trinke ich öfters Ingwer- oder Pfefferminztee auf der Basis von Grüntee ohne Zucker. Mal mit Organgen- Limetten- oder Zitronensaft, Ingwer und Honig aufgemotzt, wenn ich kränklich bin.

 

Behandlungen dauern ca. 2 – 3h. Und das 2x täglich. Dazu immer eine Kombination von Bad mit Kräutern und Algen oder Dampf, im Anschluss an die Massage. Das Dampfgerät ist ein ausgedienter und umgebauter Dampfkochtopf. Anstelle eines Ventils ist oben ein Schlauch befestigt. Der am Ende ein Kinderfaust ähnlichen Ball hat, wo der heisse Dampf aus einem 2cm grossen Loch rausströmt. Der Therapeut reguliert die Temperatur mit einer Gasflamme. Alles feinsäuberlich auf einem Wägelch­en gepackt mit Gasflasche. Man will herumkurven und jede Stelle erreichen, wenn ich da auf der Massageliege bin... Der Schlauch ist nur ca. 1.20 Meter lang.  Öfters denke ich, jetzt verbrennt er mich, doch der Therapeut weiss genau wie weit er gehen kann. Er hört immer auf, kurz bevor ich es wirklich nicht mehr aushalte. Ich fantasiere er sieht sich die Muskelkontraktionen an. Er kriegt auf jeden Fall Signale, jetzt aufhören und das ohne Stimme oder Atemgeräusche meinerseits. Ich bin Mucks Mäuschen still.

 

Das Massageöl wird mehrfach mit einer Pulvermischung von Kräutern gemischt. Das fühlt sich dann an wie ein Peeling. Gegen den Rückenschmerz kriege ich abends eine rote klebrige wie fettige Paste. Diese wird mit Plastik abgeklebt. Wundere mich jeden Morgen wie fest das Klebband auf der öligen Haut hält. Erstaunlich ist auch wie schmerzhaft das Runterziehen morgens nach wie vor ist. Die Paste zu entfernen eine langwierige Prozedur. Die Dusche temperaturmässig wenig regulierbar. Entweder viel zu heiss oder gleich wieder zu kalt. Ich behelfe mir mit einem heissen nassen Badetuch.

 

Die Medikamente kriege ich 4 – 6 Mal am Tag. Immer nach den Mahlzeiten und Snacks. Jedes Mal mind. 2-3 Espressotassen voll mit einem sauren, süsslichen, bitteren wie scharfen Flüssigkeit. Schmeckt scheusslich. Plus 3-6 Tabletten.

 

Mein Wohlbefinden steigt. Rückenschmerzen wie das Beissen der Haut gehen zurück. Der Blutdruck ist am tiefsten mit 110 auf 70 und am höchsten mit 130 auf 90. Die Lust zu schreiben steigt.

Das Auschecken ein Erlebnis der Dritten Art. Jeder kennt mich - die Bleichnase - und will mit mir sprechen. Der Marketingverantwortliche Siddhalepa kommt gleich mit dem Handy und fordert mich auf, eine Kritik zu schreiben und die Leistung zu bewerten. Er macht das raffiniert.

 

Beeinflussung mit angewandter Verkaufstechnik und Reziprozität
Die angewendete Technik kenne ich von meiner Zeit als Aussendienstmitarbeiter der Baloise. Sie hat mir die Terminvereinbarung wie den Entscheid bei Abschlüssen gefördert. Er fragt mich zuerst wie die Behandlungen wirken. Nach meiner Antwort, die sehr positiv ausfiel, setzt er die Theorie um. Ich darf wählen zwischen 4 oder 5 Sternen. Mir bleibt gerade die Spucke weg, von der Konsequenz wie er das umsetzt. Obwohl ich den Vorgang kenne, fühle ich mich wehrlos und ausgeliefert. Ich will nicht. Alles schreit in mir drin. Er kriegt seine 4 Sterne. Im Kopf das Kino: Erziehung, Knigge, Anstand und weiss der Geier was. All das steht mir im Weg, eine eigene Entscheidung zu treffen. Der Hammer ist hingegen, dass ich das auch noch selbst via Handy auf Google erfasse. Frage mich gerade wie es Menschen geht, die den Vorgang und die Technik wenig kennen.

 

Die Technik wird oft in der Finanzindustrie mit der persönlichen Ebene gekoppelt. Das bedingt auf Seiten des Kunden unglaublich viel Widerstand, sich dagegen zur Wehr setzen. Deshalb pflege ich mit Lieferanten möglichst wenig persönliche Kontakte. Das Netz ist schnell gespannt. Einladungen zum Essen, an Veranstaltungen im VIP Raum, Konzerte und anderes mehr. Da wird der Effekt der Rezipro­zität eingesetzt und dem unbedarften Kunden zum Verhängnis. Die Ungarn gehen da soweit, wenn sie was geschenkt kriegen, dass sie umgehend ein Gegengeschenk machen. Sie wollen nichts schuldig bleiben oder in einer Art und Weise verpflichtet sein. Reziprozität kennen wir gut aus den Medien, wenn Scheidungskriege, Nachbarstreitigkeiten, Machtkämpfe in Firmen öffentlich ausgetragen werden. Die Versuchung d.h. der Reflex von mir als Mensch mich in der gleichen Art zur Wehr zu setzen gigantisch. Dieser Vorgang funktioniert bei Verletzungen, Beleidigungen etc. im Negativen und bei Geschenken und Aufmerk­sam­keiten im positiven Sinn. Jeder kennt es: Werbegeschenke, Degustationen, etc. Viele Hilfsor­gani­sationen bekämen bedeutend weniger Geld, wenn sie nicht unaufgefordert Geschenke machen würden. Bestechungs- und Betrugssysteme basieren oft auf diesem Ansatz. Da wird jedoch der Gegenspieler gefügig gemacht, in dem er offerierten Situationen ausgesetzt wird, die ihn erpressbar machen.

 

Für mich ist der Vorgang hier eine Banalität. Die Analogie d.h. Parallele zu Lockvogelangeboten oder der wunderbaren Verpackung von Fertigsuppen/-saucen/-gerichten perfekt. Verpackung ist alles. Die Werbung und das Marketing verstehen es bestens, die Schwachstellen von mir als Mensch zu nutzen. Da sind zu viele Mogelpackungen für mich als Konsument auf dem Markt. Unabhängig der Branche und Produkte. Es wird auf das Äussere geschaut. Verführerische Verpackung, Marke, Ansehen, Status, hoher Preis oder qualitativ hochstehende Einrichtungen. Die Kompetenz wird dann halt mit äusseren Anzeichen vermittelt.

 

Suggerierte Wirkungen und wenig beachtete Auffälligkeiten
Das macht sogar der französische Präsident. Vor den Wahlen der Revoluzzer mit ausschliesslich schmalen Krawatten sichtbar. Kaum ist er als Präsident gewählt, werden die Bändel um den Hals wieder breit. Botschaft klar: kompetent, angepasst, lösungsbereit… So offensichtlich und durch­schau­bar.

 

Wie mit unserer kinderlosen Führungsriege in Europa und der Schweiz. Welcher Präsident hat Kinder. Welcher Finanzminister, Präsident oder Bundesrat hat Erfahrungen mit einer Familie. Eine Familie ist eine Herausforderung an Arbeit, Logistik, Zeitmanagement und Budget. Wie wollen unsere obersten Politiker einen Staatshaushalt führen, mit der fehlenden Erfahrung der Familie?

 

Für mich kein Rätsel mehr. Unfähig darf ich nicht verwenden, denn das könnte ja auf mich zurück­fallen. Wer mit Finger auf Menschen, Firmen zeigt, kriegt selber das Meiste ab. Doch die weltweite wie erschreckende Entwicklung der Staats, Privat- und Unternehmenshaushalte spricht eine andere wie deutliche Sprache. Weniger Einnahmen, Schulden und tiefe Zinsen das allgemein gültige Rezept. Als KMU-Unternehmer, Familie oder Privatperson kann ich das weniger als 3 Monate realisieren. Staaten machen das nun schon über 10 Jahre. Die Schweiz ist keine Ausnahme, trotz Einnah­men­überschuss und tiefer Verschuldung. Wer bilanziert denn schon heute bekannte Verpflich­tungen der Zukunft? Die lassen sich schätzen mit der heute laufenden Völkerwanderung nach Europa. Einfach viel Mehr. Die entgangenen Erträge der Sparer kommen dazu.

 

Den Wirtschaftszahlen und Prognosen glaube ich schon lange nicht mehr. Die Mehrheit der CH-Bürger hat weniger. Löbliche Ausnahme (Sarkastisch gemeint) die grössenwahnsinnige Schweizer National­bank hat gemäss Bilanz sichtbar - Mehr. Viel Mehr. Sie spekuliert mit dem höchsten Pro Kopf Einsatz - weltweit. Und der legitimierte Raubzug auf die Sparerträge wird hingenommen. Obwohl nur eine Minderheit – Exportindustrie - von der Schwächung des Franken profitiert.

 

Wenn der Bürger die Höhe von durchschnittlichen Aktien Kurseinbrüchen kennen würde, gäbe es mehr Widerstand. Ohne Übertreibung kann der Kurseinbruch zwischen 40-60% im Durchschnitt betragen. Der SMI, Index der Schweiz, pendelt um die 9‘000 Punkte. Das wären dann noch 4‘500 Punkte bei einem 50% Verlust. Wer hat das auf dem Radar? Das einzige Thema, das ich wahrnehme, sind Begehrlichkeiten der Kantone, AHV etc. Es kann dann schon mal 80-90% Verlust ausmachen, wenn übertrieben wird wie 2001. Wo Internet draufstand, gab es dazumal teilweise Totalverluste.

 

In dem Wissen, ist es für mich wenig erstaunlich, wie still sich die Anbieter von Altersvorsorge Produkten verhalten. Für mich ist diese Stille gekauft via Reziprozität. Die fantastisch hohen Löhne der Schweiz, sind ja erst gerade kürzlich in den Medien hervorgehoben worden. Wenn wundert es. Das Schweigegeld der Privatindustrie ist hoch. Die Machtstellung der National- und Ständeräte durch ihre Nebentätig­kei­ten in Kommissionen und halbstaatlichen wie privaten Firmen wirken. Die letzten Skandale sprechen eine deutliche Sprache. So zu sagen Bestechung via „Vetterliwirtschaft“ oder „Ämtlischacher“.  

 

Ich bin gestärkt, erleichtert und zufrieden. Die Behandlungen im Siddhalepa Spital zeigen Wirkung. Mein Wohlbefinden d.h. meine 3 Doschas wieder eher im Gleichgewicht. Das Privileg, mit dem Original Ayurveda von Siddhalepa behandelt worden zu sein, zeigt mir deutlich auf was Ayurveda ist. Mich zu überwinden und die hässliche Verpackung zu wählen, hat mir genützt und Vorteile gebracht. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen d.h. Konsumenten aufwachen und diesen durchschaubaren Wahnsinn abstellen. Als Einkäufer meiner eigenen Produkte und Dienstleistungen habe ich alle Macht. Ich kann mich entscheiden. Wann gehe ich einen anderen neuen Weg?

 

Am 28.3.2019 um 18 30 Uhr in Rubigen in den Räumen (Remise) der Dr. Werner Sidler Stiftung, berichte ich. Platz Reservation: www.financialcoach.ch -  a-z@financialcoach.ch  - 031 711 52 54

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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