Reiseroute und Kartenmaterial Kenia - Tansania - Malawi - Tansania - Kenia

December 1, 2018

 

 

 

 

 

Von Nairobi aus direkt nach Arusha das war der Plan. Afrika und planen; geht das? Fast, mit Verzögerung von 3 Tagen geht es endlich los. Mein Bärchen (Fahrzeug) steht bei Chris Handschuh, Jungle Junction in Nairobi. Er hatte die letzten 4 Monate mit der afrikanischen Beamtenwillkür zu kämpfen. Wenn du eine kenianische Familie hast, Unternehmer bist und dich das Land Kenia ausweisen will, beginnst du zu turnen. Wobei Chris hat eine Abkürzung genommen vor 7 Jahren. Das unkorrigiert laufen gelassen, jetzt kam die Quittung – Entzug Aufenthaltsbewilligung. Somit war anderes wichtiger und mein Bärchen hatte eine geringe Priorität. Chris hat am Samstagabend ein Wunder vollbracht. Bis nach 21 30 Uhr war er am Fahrzeug selbst Hand anlegen, damit es fertig wird. Wollte am Sonntag fahren mit weniger LKW auf der Strasse.

 

Von der Jungle Junction ging es nach dem Einkaufen direkt Richtung Tansania. Die Fahrt problemlos. Afrikanisch halt. Der stärkere gewinnt. Ein wildes Gewusel auf der Strasse. Mensch, Holzkarren mit Esel, Auto, Bus, LKW, Traktor, Velo, Dala Dala, Töff teilt sich das. Augen auf.

 

Am Grenzübergang Kenia/Tansania Namanga durfte ich eins zu eins afrikanische Beamtenmentalität kennenlernen. Sie haben mich über 3h beschäftigt. Die Ausreise war einfach, die Einreise nach Tansania Willkür hoch zwei. Da stehst du am Schalter: Der Beamte kurz wie trocken – Warten. Das einzige was er tat 10 - 15 Minuten in sein PC starren ohne eine Bewegung der Tastatur oder Maus. Dann kam der Lauf durch die Instanzen. Stempel da, Gebühr dort, Formular hier etc. Bezahlen in TZS nicht möglich - werden nur USD akzeptiert. Für die Strassenbenützungsgebühr muss separat mit der Rechnung am Bankschalter vis-à-vis der Strasse einbezahlt werden. Die Bank im Gebäude war geschlossen. Dann noch ins Quartier. Der Fussmarsch plus Vorgang 30 - 40 Min. für die Versicherung von Bärchen. Wieder in USD. Das grösste jedoch kam, als ich die Quittung brachte und endlich den Stempel wollte. Seelenruhig hiess es warten. Das Geld muss bei uns ankommen, Quittung akzeptieren wir nicht. Bei mir kam immer mehr Frust hoch.

 

Die Einheimischen kommen mit ihren Handys und da werden alle Zahlungen innert Kürze abgewickelt. Egal ob Kenianer oder Tansanier. An der offiziellen Schranke, dann der Beamte in aller Ruhe: Was haben sie dabei? Was ist in den Kisten? Kann ich nachsehen? Wo geht die Reise hin? So ging das nochmal 10 – 20 Minuten. Viele afrikanische Grenzübertritte in Afrika mit und ohne Auto hinter mir. Das war eine Premiere.

 

Kaum war ich 10 km gefahren - Stopp Polizei. Herr Schlegel ist mal wieder zu schnell gefahren, exakt 5 km/h auf freier Strecke mit 80 km/h Begrenzung. Mein Ärger kaum mehr zu unterdrücken. Fragte einfach, ob sie etwas gegen Touristen hätten. Ich hätte jetzt schon 3 h auf dem Zoll zur Einreise vertrödelt und wolle noch vor Dunkelheit in Arusha ankommen. Er gab mir die Papiere und weiter ging es.

 

Die Sonne geht schnell unter und die Dunkelheit kommt noch schneller. Keine Chance bis Arusha bei Tageslicht. Also suchte ich links und rechts der Strasse Orte zum Campen. Nach mehreren Anläufen endlich ein Akazienwald – es war schon am Eindunkeln. Ich rein, Hügel hoch, runter und endlich ein Platz. Aus Sicherheitsgründen wartete ich mal 30 Minuten. Schaute hier. Ging ums Bärchen rum. Prüfte die Reifen. Lauschte. Suchte die Gegend nach Licht ab. Alles in Ordnung. Dachzelt hochklap­pen. Einbetten. Aus dem Kühlschrank holte ich ein Rossbollen (Trockenfleisch von Jumi Boll), dazu etwas Wasser. Stuhl aufklappen und gemütlich Essen in völliger Dunkelheit.  Die Nacht unruhig. Viel Wind. Hält das Dachzelt? Soll ich den Standort wechseln? Ich lass das Mal. Der Lohn eine wache Nacht mit heulendem Wind bis ca. 3 Uhr morgens.

 

Um 5 30 Uhr ging es los. Erstes Tageslicht. Anstelle mal mich zuerst orientieren, gleich losgefahren. Was passiert? Genau; verfahren und die Orientierung verloren. Die Spuren denen ich folgte waren nicht meine und endeten im Nirwana. Nach mehreren Anläufen und Suchen – Stopp. Motor laufen gelassen und mal zu Fuss die Gegend erkundet. 1 h war ich beschäftigt ohne Telefon Netz. Um 10 00 Uhr hatte ich mit Toni Schwaller abgemacht. Da geht dir einiges durch den Kopf. Du fluchst innerlich wie ein Rohrspatz. Hilft alles nicht. Gottseidank bin ich fast bis kurz vor die Stadt gefahren.

 

In Arusha, nach mehrmaligen Versuchen zu telefonieren, dann Toni getroffen. Das ging etwa so: Diese Nummer ist ungültig oder der Teilnehmer ist nicht erreichbar. Verpasste Anrufe. Super. Was jetzt? Wie weiter? Ich kenne die Adresse nicht wo er wohnt. Treffpunkt war keiner vereinbart d.h. in der Stadt. Afrikanisch halt.

 

Gleich auf die Burka Kaffeefarm. Toni aufgeregt: Komm mach vorwärts der Kaffee blüht. Auf dem Blog mehr dazu. Blüte 1-2 Tage. Alles gut. Fast, die Kontakte, die Toni mir vermittelte, verneinten Grundsätzlich, hatten kein Interesse oder Motivation mir Auskunft zu geben. Heute am 1.12.2018 ist es mir klarer. Ich habe viel über die Menschen. Die Regierung, deren Vorgehen mit unbequemen Menschen inkl. Homosexualität gehört. Erschreckend.

 

Dazwischen noch die Kaffeefarm in den Bergen besucht. Mich sortiert. SIM Karte organisiert. Kartenmaterial studiert. Tagebuch nachgetragen. Informationen von den diversen Gesprächen festgehalten. 3 Tage im Zuhause von Toni und Doris. Eine unvergleichliche Vielfalt von Pflanzen im Garten. Zufällig gleich neben dem neuen Protz-Bau eines hohen Beamten, der populären Patenkinder Vermittlungsorganisation, die mit W beginnt und mit N endet. Da krieg ich Zustände. (Blog Chai). 

 

Planänderung: Was jetzt. Ich beratschlage mich mit Toni. Im Gespräch habe ich ihm mitgeteilt, dass ich immer wieder staune, wie Missionsstationen in Afrika gewählt werden. Meistens die schönsten Orte und Malariafrei. Das war das Stichwort, sein Kopf schoss hoch, mit der Hand schlug er sich auf die Schenkel. Klar du gehst in den Süden. Njombe, Mary macht gerade dort Ferien. Kennt Hunz und Kunz. Also beschloss ich von Arusha nach Dodoma zu fahren als 1. Station. Es ging dann bis nach Iringa. Praktisch gerade runter in den Süden.

 

Bis Iringa sicher 10x von der Polizei angehalten. Zu schnell gefahren. Gefährliches Überholen (LKW fahren 5-10 km/h den Berg hoch), da ich ein linksgesteuertes Auto fahre im Rechtsverkehr. Oder Feuerlöscher am falschen Ort deponiert. Versicherung gehört Rechts auf die Windschutzschreibe. Viel Kreativität und jedes Mal kostet der Spass TZS 10‘000- 30‘000.- je nach Verhandlungsgeschick von mir. Das grösste jedoch, die Einwanderungsbehörde hat mich aufgehalten (Blogbeitrag Chai).

 

In Iringa kam ich im Dunkeln um ca. 21 15 Uhr an. Das fängt gut an. Das erste Grundprinzip von mir, im Dunkeln nicht fahren bereits 2x verletzt. Unterkunft gesucht und mich schlau gemacht zum Ruaha Nationalpark – einer von vielen Empfehlungen von Toni. Von Iringa sind es 110 km/h staubige Anfahrt in den Nationalpark von Ruaha. Dort machte ich 2 Nächte halt. (Blog Ruaha Nationalpark).

 

Weiter bis zur Old Kisolanza Farm. Eine Oase der besonderen Art. Sollte sich niemand entgehen lassen. Farm mit angrenzendem Lodge Betrieb und hervorragender Küche. Marschhalt. Die Kilometer nagen an mir. 1x Aussetzen. Ja genau richtig. Pause. Telefoniere mit Mary, dem Kontakt von Toni. Sie ist bereits wieder in Arusha. Wir beenden das Gespräch nicht ohne mir die Kontaktdaten von Herr Mlowe einem katholischen Priester zu geben.

Am nächsten Tag auf nach Njombe. Wieder das lästige Spiel der Polizei. Am Donnerstagmittag Ankunft in Njombe. Einwanderungsbehörde hält mich auf Trab. Treffe nach mehreren Anläufen Herr Mlowe. Er ist verblüfft. Vereinbaren für Samstag einen Termin. Da erreicht mich völlig aus heiterem Himmel die Nachricht von Oliver Beccarelli: Sind in der Nähe der Grenze zu Tansania in Malawi. 

 

Telefonieren zusammen und vereinbaren ich komme. Er später via WhatsApp lass es bleiben Zoll und Wegstrecke das ist zu viel: Kosten Visa, Versicherung, Strasse etc. unverhältnismässig. Ich lasse mich nicht mehr abbringen. Oliver bekommt ein schlechtes Gewissen. Fahre bis kurz vor der Grenze in ein Camping wo er selber mit Corina genächtigt hat – zufällig ohne Absicht. Ja die Slowriders sind bekannt in Afrika wie bunte Hunde. Wer fährt schon mit einem Habash - Name des Uralgespanns – von der Schweiz nach Afrika.

 

Am Morgen meine Ernüchterung vor dem Zoll, riesig. Bin gerade wieder mal sprachlos. Wie naiv bin ich den wieder. Bis in die Makuzi Beach Lodge sind es gerade mal schlappe 350 km. Afrikanische Kilometer bitte nie mit der Schweiz vergleichen. Jede Reisegeschwindigkeit über 60 - 70 km/h ist utopisch oder eine Ausnahme.

Ich bin bereits um 7 00 Uhr hinter dem 3. Fahrzeug platziert. Zoll öffnet die Tore um 8 00 Uhr afrikanische Zeit heisst etwa 20 Minuten später. Hier werde ich überrennt von Menschen, die mir Geldwechseln, Früchte, essen etc. anbieten. Alles geht TZS - Euro – CHF – USD. Ich voller Überzeugung „Nein“ das brauche ich nicht. Grenze nach nur knapp 1.5 h bereits hinter mir inkl. Visaantrag für Malawi. Ich staune.

 

Der Diesel sollte reichen, meine ich. In Kamuchibazi traue ich mich nicht mehr, weiter zu fahren ohne zu tanken. Habe auf der Strecke nur 4 Tankstellen gesehen und auf der I-Overländer Karte ausgemacht. „Track for Africa“ habe ich nicht dabei. Ich verlasse mich auf 2 Apps Karten von Tansania und Kenia. Malawi nicht drauf. Oliver hat mir seinen Standort per WhatsApp übermittelt. Mein CH-Handy frisst das Guthaben in Kürze auf mit den geladenen Daten. Egal. Auf zur nächsten Tankstelle - Denkste. Die nehmen nur einheimisches Geld. USD sind hier völlig fehl am Platz. Kein Problem habe ja Kreditkarten, Bankkarten, Postkarte, EURO Reisetravellerchecks auf Karte geladen, CHF, USD - alles Fehlanzeige. Wie bitte? Also zur nächsten Bank. Nach der 5. gebe ich resigniert auf, kriege kein Geld. Super. Und ich will erfahrener Reisender wie Afrikakenner sein.

 

Ich in Malawi. Kein Netz mehr. Keine Währung die mir hilft, Diesel zu kriegen. Suche eine Wechselstube auf, die ist bereit zu einem unverschämten Kurs den Rest meiner USD zu wechseln. Es reicht zum Tanken. Jetzt fehlt nur noch, dass die Angaben von Oliver irgendwie aus technischen d.h. afrikanischen Gründen falsch sind. Kopf Kino rattert. Los weiter. Still jetzt.

 

Am Abzweiger in die Makuzi Beach Lodge fahre ich vorbei. Nachdem ich sicher die halbe Zufahrt gefahren bin. Das kann es nicht sein. Dazu ist wichtig zu Wissen: Jede Lodge, die ich bisher in Afrika gesehen oder besucht habe, hat einen Zaun, Mauer oder Be-/Abgrenzung irgendeiner Art. Makuzi Beach Lodge nicht. Offenes Gelände mitten durch ein Dorf an der Schule vorbei über Hinterhöfe. Kreuz und Quer geht es Richtung Malawisee.

Gedanken schiessen hoch: Was wenn ich Oliver falsch verstanden habe? Die gar nicht hier sind? Die wirklich kurz vor der Grenze sind? Diese Zufahrt kann nicht zu so einer paradiesischen Bucht führen wie er schwärmt. Rede mir gut zu. Du hast es geprüft. Mehrfach kontrolliert. Traue dir jetzt einfach über den Weg. Mit dieser Gemütslage bin ich umgedreht und nochmal abgefahren. Oliver und Corina friedlich am Strand am Relaxen. Oliver begrüsst mich voller Freude und mit seinem breitesten Lachen. Alles Gut. 

 

Hier entscheide ich in kürzester Zeit - ich bleibe. Will zur Ruhe kommen. Rufe Priester Mlowe, Mary und Toni an. Gebe Bescheid über meine Planänderung. Schiebe alles um eine Woche bleibe bis Donnerstagmorgen. Ein Glückstreffer. Wir stehen regelmässig um 4 00/15 Uhr auf. Die Morgenstimmung und das Rot gewaltig. Oliver zeigt mir einige Tricks und Kniffs meiner Fuji Kamera XT-3. Er wird gesponsert von Fuji Schweiz. Dank Oliver habe ich die Kamera und die macht viel Freude. Am Stativ habe ich dito nicht gespart. Kann das nur weiterempfehlen.

Hier lerne ich das Ehepaar Laura (Malawi), Bret (Südafrika) die Besitzer der Makuzi Beach seit 26 Jahren und Nick kennen. Nick aus England hat 24 Jahre auf einer Insel im Malawisee verbracht. Einziger Weisser mit ca. 2‘500 Inselbewohner. Dort hat er als Tauchmaster Touren geleitet, Speerfischen betrieben und ein Backpackers aufgebaut nachdem er 6 Jahre durch die Welt „Backpackers Stil“ gereist ist. Wir sprechen viel, tauschen aus. Letztes Jahr kam die Regierung darauf, das Backpackers selber zu übernehmen. Für Nick ein Tiefschlag. Jetzt mit 56 Jahren das.

 

Die Seele hier baumeln zu lassen das Grösste. Und ich kann mit Kreditkarte bezahlen – oh Wunder. Dazu musste ich übrigens selber an den PC sitzen und meine Angaben eingeben. Das Gute, ich habe sicher keine Schwierigkeiten mit falschen Belastungen durch Trickdiebstahl. Die Beach verwirrt: Weisser Sand, Steine, eine Art Algen an den Steinen, eindrückliche Wellen (Höchstwert waren 7 Meter) und das alles mit Süsswasser. Mein Kopf kann das weder fassen, aufnehmen noch korrekt ablegen mit meinen Erfahrungen und Erleben von Süsswasserseen.

 

Die Lodge ein Paradies für Menschen wie Tiere die hauptsächlich Eidechsen, Skorpione, Schlangen, Fliegen, Bienen, Schmetterlinge und Vögel sind. Leider hat sich die grüne Mamba auf dem Baum vor der Toilette und Duschräume nie gezeigt. Die Menschen und Gespräche kommen an anderer Stelle zum Ausdruck. Wir waren mehrheitlich nur zu Dritt auf der Lodge mit 2-3 Ausnahmen. Oliver hat hier seine Malaria bekommen und ausgeheilt. Die Slowriders waren 3 Wochen hier vor Ort.

 

Die Kurzfassung am Donnerstagmorgen um 9 30 Uhr ging es zurück an die Grenze nach Tansania. Nicht ohne ein Halt einzulegen beim Shopride. Ein Paradies um Lebensmittel, Getränke und weiss der Geier was einzukaufen. Der Zugang ein Hürdenlauf. Jeder will dir helfen und was verkaufen. Klar war für mich hingegen nach der Grenze; ich nur noch Nebenstrassen. Hauptstrassen und Polizisten mit ihrem Chai (Bestechungsgeld) sind zu meiden.

Leider war die Fahrt nach der Grenze geprägt von Regen, Nebel oder Wolken. Sicht in die Tiefe auf den Malawisee nahe am Nullpunkt. Was ich als Schreiber weiss, was auf mich wartet: Ich hebe unbekannte Kultur- und Naturschätze. Begegne lieben wie hilfsbereiten Menschen. Trotz Armut und Verdiensten von weniger als USD 200.- im Monat, immer ein Lachen im Gesicht und Zeit für ein paar Worte. Ein wirklich gut ausgebildeter Einheimischer verdient USD 400 - 500.-

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© 2017 eckraum // gerold schlegel